Open Innovation - Externe Partner im Innovationsprozess

Donnerstag, 22.03.2007, 1:00

Die deutsch­sprachige Innovations-Community aus Forschung und Wirtschaft folgte dem Ruf der Plattform für Innovations­management zum Erfahrungsaustausch zu "Open Innovation" am 4. Forum Innovation und Produktentwicklung. Über 200 Experten und Interessierte diskutierten am 22.3.  über die noch junge Disziplin des "Open Innovation" im Palais Niederösterreich in Wien. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Geschäfts- und Kooperationsmodelle sowie Barrieren wie das "not invented here" Syndrom.

Die Vortragenden präsentierten neuartige Zugänge zur Innovation durch die Öffnung der Innovationsaktivitäten nach außen. Aktuelle Fallbeispiele von threadless T-Shirts über Harley Davidson Motorräder bis zu Goldminen, und neueste Ansätze aus Forschung und Industrie (Adidas, Audi, BASF, Swarovski) zeigten, dass die "reine Laborarbeit" zunehmend durch kooperative Entwicklungsansätze abgelöst wird.

Das radikal Neue an Open Innovation ist der Prozess selbst. "Der Fokus liegt auf einer starken Einbeziehung externen Wissens und Nutzung der Ideen von außen (Kunden, Lieferanten, Partner) und die Auslagerung der Produktentwicklung in communities", wie der key-note speaker, Prof. Frank Piller vom MIT in den USA ausführte. "Die Mehrzahl der funktionalen Innovationen stammt von den Nutzern selbst, während Unternehmensentwickler eher dazu tendieren bestehende Produkte zu verbessern", ergänzte Prof. Sören Salomo von der Universität Graz.

Die Vorteile von Open Innovation für Unternehmen und Forscher liegen auf der Hand:

-  Das Tempo, mit dem Innovationen auf den Markt gebracht werden, wird höher, weil die Entwicklungs- und Umsetzungsphasen miteinander verschränkt werden.

-  Die Erfolgsrate steigt, weil Kunden und Partner schon im Vorfeld in Entwicklung und Bewertung der Innovationen eingebunden sind.

Als Barriere für Open Innovation-Ansätze in Unternehmen und Forschungs­einrichtungen wurde vor allem das "not invented here" Syndrom genannt. Damit wird die Ablehnung neuer Ideen von außen bezeichnet, weil diese oft von interessierten Laien oder aus anderen Anwendungsbereichen kommen. Die Verknüpfung einer Vielzahl von Akteuren im Innovationsprozess erfordert auch hohe kommunikative Fähigkeiten und Kooperations­bereitschaft der beteiligten Partner. Als kritisch wird auch der Schutz des eigenen Wettbewerbsvorteils trotz Öffnung der Innovationsaktivitäten gesehen.

Aktuelles Beispiel für Open Innovation ist die Initiative innovate! austria. der Plattform für Innovationsmanagement. Hier erhalten österreichische Unternehmen erstmals die Möglichkeit sich an internationalen Benchmarks zu messen und im Austausch mit anderen Betrieben voneinander zu lernen. Unternehmen sind zur kostenlosen Teilnahme eingeladen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit unterstützt.

Einhellige Meinung der Vortragenden und Teilnehmer: Open Innovation ist der große internationale Trend im Innovationsbereich.

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