Systeminnovation - Erfolgsmodell für die Zukunft

Donnerstag, 04.05.2006, 2:00

Das Thema Systeminnovation stand am 4. Mai im Mittelpunkt des 3. Forum der PFI im Alten Rathaus in Linz. Mit 100 Teilnehmern erhielt es wieder breiten Zuspruch aus der gesamten österreichischen Innovationsszene. Vertreter aus Industrie und Forschung präsentierten aktuelle Fallbeispiele wie die Autobahnmaut (Kapsch), das europäische Positionierungs­system GALILEO (European Space Agency), aber auch ein Kooperationsprojekt von KMU zur Herstellung eines neuen Wellnessproduktes für den Heimbereich.

Vor 50 Jahren erfand der amerikanische Fuhrunternehmer Malcolm McLean den standardisierten Fracht-Container. Heute werden jährlich mehr als 200 Mio. Container verschifft. Eine „simple Blechkiste“ hat damit das internationale Frachtgeschäft revolutioniert, wie Prof. Grün von der Wirtschaftsuniversität Wien anmerkte. Als Fallstudie ist der Container ein prototypisches Beispiel für Systeminnovation.

Einhellige Meinung der Vortragenden: Am Erfolg von Systeminnovationen sind für gewöhnlich viele unabhängige Partner beteiligt, die ihre unterschiedlichen Kompetenzen bündeln. Erst die geeigneten Vertriebs- und Dienstleistungsmodelle ermöglichen nachhaltigen Erfolg am Markt.

„Vor allem bedürfen Systeminnovationen begeisterungsfähiger Menschen, die Entwicklungen durch ihr zum Teil visionäres Vordenken weitertreiben“, meinte Georg Kapsch von der Kapsch AG. Sein Unternehmen investiere viel Geld in riskante technologieorientierte Entwicklungen. Doch erst die Leidenschaft für neue Technologien gepaart mit einem Verständnis für Kunden und Märkte ermögliche erfolgreiche Systeminnovationen. Etwa das Autobahnmautsystem, das unter der Führung von Kapsch inzwischen auch erfolgreich in benachbarte Länder exportiert wird. Zu den Unternehmen, die Ihre Erfahrungen mit Systeminnovationen vorstellten, zählten weiters Akatech, Altstoff Recycling Austria, Bene Consulting, Design a Storz und VAMED KMB.

Systeminnovation als Chance für die österreichische Wirtschaft

„Zwar konnte sich Österreich in den letzten internationalen Vergleichen gut behaupten, etwa im European Innovation Scoreboard mit Platz 5 (2004 noch Platz 8)“, berichtete Ludovit Garzik vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung. „Trotzdem stehen Unternehmen und Fördereinrichtungen ständig vor der Frage, wo zusätzliche Anstrengungen im Innovationsbereich Wettbewerbsvorteile bringen können.“

Österreichs Wirtschaft wird durch kleinere und mittlere Unternehmen bestimmt. Ihre Stärke: Flexibilität und Kundennähe. Insbesondere in der Entwicklung von kunden­orientierten Anwendungen für neue Technologien sieht Bernd Gottinger von der PFI beträchtliches Potential für heimische Unternehmen. Kreative Entwickler mit Marktintelligenz können hier durch Kooperationen punkten. Unterstützung dafür bieten auch staatliche Stellen an, wie die Forschungsförderungsgesellschaft im „ARTIST“ Programm, in dem zukünftige Anwendungen und Dienstleistungen für GALILEO gesucht werden.

Voraussetzung für die Entwicklung von Systeminnovationen ist in jedem Fall nicht nur die Beherrschung der jeweiligen Technologie, sondern vor allem eine entsprechende Marktorientierung von Beginn an. Erst Vernetzung und Kooperation der unterschiedlichen Disziplinen können Innovationen hervorbringen, die den heutigen Anforderungen der Nutzer gerecht werden, so der einhellige Tenor.

Innovation Match Making

Zum ersten Mal hatten die Teilnehmer am Forum durch das Innovation Match Making die Möglichkeit, Erfahrungen und Kompetenzen aus dem Innovationsmanagement gezielt mit anderen Teilnehmern auszutauschen. Die jeweiligen Gesprächspartner wurden bereits bei der Anmeldung über persönliche Profile identifiziert und gebucht. Dadurch erfolgte erstmals auch das Netzwerken mit System.

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