Radikale Innovationen

Donnerstag, 28.04.2005, 2:00

Unter dem Titel „Radikale Innovationen“ fand am Donnerstag, 28.4., im voll besetzten Rudolf Sallinger-Saal der Wirtschaftskammer Österreich das 2. Forum Innovation und Produktentwicklung statt, veranstaltet von der Plattform für Innovationsmanagement und moderiert von Bernd Gottinger, iip | innovation in progress. Das Medieninteresse war beträchtlich, auch Ö1 zeichnete die Veranstaltung auf und strahlte eine eigene Sendung in der Reihe Dimensionen am 2.5. um 19.05 aus.

Nach der Begrüßung durch Michael P. Walter, Kurator des WIFI Österreich, sowie Gerald Steinwender, Obmann der Plattform für Innovationsmanagement, forderte der Industrielle Hannes Androsch als glühender Verfechter eines beständigen „Innovationsstromes“ die Politik auf, die Voraussetzungen dafür raschest zu verbessern.

Martin Mennig, stv. Institutsleiter des Saarbrückener Instituts für Neue Materialien, gab einen Einblick in die zukunftsträchtige Welt der Nano-Materialien, während Axel Thallemer von der Kunstuni Linz auf die wachsende Bedeutung ganzheitlichen Designs bei der Entwicklung von Neuheiten verwies.

Aus der Praxis berichteten: Fronius-Geschäftsleiter Heinz Hackl über ein neues Kaltschweißverfahren, Diamond Aircraft Industries-Geschäftsführer Michael Goldschmidt über Flugzeuge made in Austria, GE Jenbacher-CTO Günther Herdin über Laserzündung bei Otto-Motoren sowie VAI F&E Leiter Bruno Lindorfer über Erfolgskriterien bei radikalen Innovationen in der Metallurgie. Martin Pattera, Projektleiter bei iip | innovation in progress, präsentierte „SIUS – Partners for Ideas“, das überbetriebliche Ideenmanagement der Plattform für Innovationsmanagement.

Als wesentliche Erfolgsfaktoren für radikale Innovationen konnten in der Zusammenfassung der Praxisvorträge folgende Hauptpunkte identifiziert werden:

  • Mut, Vision
  • Strategie – Langfristdenken, Nachhaltigkeit (radikale Innovationen benötigen in der Entwicklung meist Zeiträume > 5 Jahre und damit einen langen Atem)
  • Geschwindigkeit (in Bezug auf die Umsetzung von Forschung und Technologie zu Marktangeboten – time to market)
  • Kooperationen (gerade radikale Neuerungen erfordern auch externe Kompetenzen)
  • Kundennutzen ins Zentrum stellen
  • Lernen aus den Flops, Wiederverwerten von Teilergebnissen

Die österreichische Position im internationalen Vergleich wurde von Hannes Leo, stv. Leiter des WIFO und Sören Salomo, Leiter des Instituts für Technologie- und Innovationsmanagement an der Uni Graz erörtert.

Besonderer Dank an die Mitveranstalter WIFI Unternehmerservice, FFG, VDI und Verband der Wirtschaftsingenieure, die durch Engagement wesentlichen Anteil am großen Erfolg des 2. Forums hatten.

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